Willkommen bei der Katholischen Kirchengemeinde St.-Barbara Stuttgart-Hofen Pfarrgemeinde zwischen Tradition und Moderne. Wir stellen die Gemeinde St.-Barbara Stuttgart-Hofen mit ihren Gruppierungen und aktuellen Terminen und Themen wie Glaube, Kirche, Seelsorge vor.Willkommen bei der Katholischen Kirchengemeinde St.-Barbara Stuttgart-Hofen Pfarrgemeinde zwischen Tradition und Moderne. Wir stellen die Gemeinde St.-Barbara Stuttgart-Hofen mit ihren Gruppierungen und aktuellen Terminen und Themen wie Glaube, Kirche, Seelsorge vor.
Historie der St.-Barbara-Kirche in Stuttgart-Hofen


Einst durch die Herrschaft derer von Neuhausen eng mit Mühlhausen verbunden, verblieb Hofen mit Öffingen nach der Reformation, während ganz Württemberg evangelisch wurde, neben Neuhausen a.F. und Justingen einer der vier katholischen Orte. Unter der Herrschaft der katholischen Herzöge Alexander, Karl, Ludwig und Friedrich Eugen wurde Hofen eine kirchliche Zuflucht und eine Begräbnisstätte hochverdienter ausländischer Gelehrter, Künstler und Offiziere, die zumeist in Ludwigsburg oder in Stuttgart ihr Domizil aufgeschlagen hatten. So wurde der hochberühmte französische Maler Nicolas Guibal (geb. zu Luneville 29. November 1725) im November 1784 in Hofen beerdigt. Von seinen Gemälden, die er im Auftrag des Herzogs Karl, zum Teil in Rom schuf, sind heute noch das Deckengemälde im Lorbeersaal der Solitude, das Auferstehungsbild in der katholischen Schloßkapelle dortselbst, das runde Plafondbild im Saale von Monrepons bei Ludwigsburg, Deckenbilder in Hohenheim und in der Ordenskapelle Ludwigsburg, Bilder in den Kirchen von Zwiefalten, Weingarten, Gmünd und Solothurn, Christi Grablegung und Beweinung in der Staatsgalerie Stuttgart vorhanden. Sein Grabstein ist auf unerklärliche Weise verschwunden, doch ehrt man in Hofen durch die 'Guibal-Straße' sein Andenken und seine Werke bezeugen seinen Ruhm.

Unvergeßlich ist in Hofen auch das Andenken an die italienische Tänzerin Maria Anna Riccieri, die, mit allen Sakramenten versehen, 1764 in Ludwigsburg verstarb und im Chor der Hofener Kirche beigesetzt wurde; die Kirche war durch 1500 Kerzen und 600 Lampen erleuchtet. Eine große Volksmenge strömte auch zu dem feierlichen Akt der Taufe des 27 jährigen türkischen Militärs Ali Mohammed herzu, der, durch Hofkaplan Seitz in Ludwigsburg bekehrt, 1763 hier den Namen Lorenz Christmann empfing.

Auch viele andere Taufen oder Hochzeiten machten Hofen zu einem ständigen Besuchsort für die im Lande lebenden Angehörigen romanischer Völker. Hofen war vor der Reformation Filial zu Cannstatt und der dortigen Stadtkirche St. Cosmas und Damian zugeteilt. 1532 wurde die St.-Nicolaus-Kaplanei hierher verlegt, das Patronat verblieb dem Kapitel Konstanz. Von den 30 Pfarrherren, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Hofen wirkten, war der vierundzwanzigste (seit dem Jahre 1784) Ignaz Schreiber II. von Konstanz (verstorben 1823). Er wirkte unter allen Seelsorgern am längsten in Hofen (über 39 Jahre). Gleich nach seiner Investitur wurde die neue Kirche eingeweiht. Er rettete in den Französischen Revolutionskriegen durch seine Intervention Hofen vor der gänzlichen Vernichtung. Er war es auch, der als Beweis seiner Toleranz am 18. November 1791 die Leiche des evangelischen Prälaten und Stadtpfarrers Jäger in Cannstatt tragen half, wofür ihm der Herzog seinen Beifall 'über solche handlungs- und Denkungsart, ganz dem echten Christentum gemäß', ausdrücken ließ. Das schlichte Grabmal des Pfarrers Schreiber befindet sich heute noch auf dem alten Gottesacker.

Ihm folgte von 1823 bis 1826 Pfarrer Andreas Steimle aus Wiesensteig, zugleich Pfarrer in Öffingen, dort 1828 verstorben. Im Jahre 1826 wurde nach Hofen ernannt Pfarrer Ade aus Gmünd. Er hat die Orts- und Pfarrchronik angelegt und fortgeführt. Unter seiner Amtszeit grassierte in Hofen und Öffingen das Schleim- und Nervenfieber, das auch den Pfarrer Steimle in Öffingen hinwegraffte und Ade selbst 16 Wochen lang leiden ließ. 'Welch erbärmlich Los erschaute ich damals', schrieb er klagend in seine Chronik. Hofen und Öffingen mußten damals von Hohenasperg aus seelsorgerisch betreut werden. Ein schweres Hagelwetter richtete großen Schaden an, die Julirevolution der dreißiger Jahre in Frankreich verbreitete Schrecken, doch Pfarrer Ade schrieb an die Spitze seiner Chronik für 1831unter eine Federzeichnung, die das Auge Gottes darstellt, das schöne Chronostichon: Das neu Jahr droht uns Unheils viel; Was thun? Vertrau'n Das Unheil abzuleiten Ist jener Weisheit nur ein Spiel!



   
Kirchturm der St.-Barbara-Kirche

Über dem Hauptportal der im sogenannten Zopfstiel erbauten St.-Barbara-Kirche, die 62m lang, 42m breit und 30m hoch ist und die vor der Hundertjahrfeier ihrer Einweihung im Jahre 1884 samt der Walker-Orgel renoviert wurde, steht (durch den Heiligenpfleger Karl Rau eingehauen), eine lateinische Inschrift, die zu deutsch lautet: Gott dem Allgütigen, Allmächtigen. Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels. Erbaut unter Herzog Karl, restauriert unter König Karl.

Die Kirche St.-Barbara ist bis heute ein Ziel frommer Wallfahrt. Birgt sie doch neben dem Allerheiligsten auf einem der Seitenaltäre das Gnadenbild 'Unserer lieben Frau von Stuttgart', das, um 1500 entstanden, aus der Stuttgarter Stiftskirche stammt und beim Weggang des letzten katholischen Pfarrers P. Korner von dort nach Hofen überführt wurde. Das wundervolle gotische Holzschnitzwerk von unbekannter Meisterhand, genießt beim Rosenkranzfeste zu Ehren der Jungfrau Maria hohe Verehrung. So auch galt ihm in diesem Jahre, 1961, am 8. Oktober die Wallfahrt der heimatvertriebenen deutschen Katholiken, veranstaltet 'Zur Rettung der Welt und der Kirche in Not', besucht von Hunderten und aber Hunderten und unter das gesitliche Wort gestellt: Betet und tut Buße!



Quelle: Heimatkundliche Berichte aus Mühlhausen und Hofen, E. Kirchner, Jahr 1963




Katholische Kirchengemeinde St.-Barbara Stuttgart-Hofen
http://www.st-barbara-gemeinde-stuttgart-hofen.de
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